Wartung von Pilotlichtbogen-Steuerungsanlagen (PAC)

Eingestellt am 02.02.2016
Eingestellt von Hypertherm

Wenn man Murphys Gesetz Glauben schenkt, dann hieße das, die Plasmaschneidanlage fällt genau dann aus, wenn man sie am dringendsten braucht: während eines großen Schneidauftrags. Bis zu 200 USD pro Stunde kann die Schneidmaschinenausfallzeit kosten – ein teures Problem.

Viele Betriebe haben die vorbeugende Wartung für ihre Plasmaschneidanlagen nicht geregelt. Wurde die Wartung der Anlage einige Monate lang vernachlässigt, dann funktioniert sie unter Umständen nicht mehr wie gewünscht. Mechanische Teile nutzen sich vorzeitig ab und behindern einen reibungslosen Maschinenbetrieb. Das Ergebnis: Teile, die außerhalb von Toleranzbereichen liegen, und eine unbefriedigende Schnittqualität, vor allem bei höheren Schnittgeschwindigkeiten. Wenn Bauteile von Anlagen ausfallen, kann die Fehlerbeseitigung und Wartung Tage dauern.

 

Abbildung einer PAC-AnlageSaubere Anlagenkomponenten: Schienen, Getriebe, Baugruppenträger usw. Schienen gleichmäßig ausrichten. Getriebe und Lager ausrichten und einstellen. Brenner muss rechtwinklig zum Tisch und Werkstück ausgerichtet sein. Sicherheitsgrenzen überprüfen; diese müssen ordnungsgemäß sein, um die Bedienersicherheit zu gewährleisten und eine Beschädigung der Anlage zu vermeiden. Antriebsmotoren und Steuerung einstellen.

 

 

Hier ist eine Checkliste, die Sie bei der vorbeugenden Wartung unterstützen soll.

  • Brennerkörper reinigen.
    Die Brennerbauteile entfernen und die Innenseiten des Brenners untersuchen. Gewinde auf Anzeichen mechanischer Schäden prüfen. Das Innere des Brenners mit einem Reinigungsmittel für elektrische Kontakte und Wattestäbchen reinigen. Den Brenner vom Montagerohr abnehmen und das Rohr zurückschieben, um die Brennerschlauchpaket-Anschlüsse freizulegen. Leitungen auf Lecks oder Schäden überprüfen. Metallstaub wegblasen.

  • Brennerschlauchpakete reinigen.
    Metallstaub und Schmutz über die gesamte Länge der Brennerschlauchpakete abwischen oder wegblasen. Metallstaub kann zum Verlust der Hochspannung führen, die zum Starten des Plasmalichtbogens erforderlich ist. Auf geknickte oder abgenutzte Schläuche, freiliegende Drähte, rissige Anschlüsse oder sonstige Schäden prüfen. Sicherstellen, dass der Hochfrequenzschutz ordnungsgemäß geerdet ist.

  • Stromquelle reinigen.
    Den Metallstaub mit sauberer, trockener Druckluft wegblasen. Metallstaub kann die Komponenten der Stromquelle, vor allem die Leiterplatte, beschädigen. Schütze, Relais und Funkenstrecken-Baugruppen können durch Metallstaub ebenfalls ausfallen. Die Luftfilter am Stromquellengehäuse prüfen und diese bei Bedarf austauschen.

  • Brennerkühlungskomponenten überprüfen.
    Bei wassergekühlten Brennern den Kühlmittelstrom im Tank auf Anzeichen von Lufteinblasung oder reduzierten Durchfluss prüfen. Sicherstellen, dass der Rückfluss in der entsprechenden Geschwindigkeit erfolgt (Gallonen pro Minute). Die Durchflussschalter an der Rücklaufleitung müssen ordnungsgemäß funktionieren, da ein unzureichender Kühlmitteldurchfluss zum Überhitzen des Brenners führen kann. Kühlmittelfilter und Pumpengitter prüfen. Diese bei Bedarf reinigen oder auswechseln. Den Kühlmittelwiederstand mit einem Leitfähigkeitsmesser prüfen, falls einer zur Hand ist. Der Wiederstand sollte bei den meisten Anlagen 10 Mikroohm nicht überschreiten. Das Kühlmittel alle 6 Monate auslassen und wieder auffüllen.

  • Wasserqualität überprüfen.
    Die Sekundärwasserqualität ist bei Brennern mit Wassereinspritzungstechnologie besonders wichtig. Die Wasserhärte darf 8,5 ppm oder 0,5 Grain nicht überschreiten. Hartes Wasser führt dazu, dass sich Minerale an den Düsen absetzen und die Standzeit verkürzt wird. Bei Bedarf einen handelsüblichen Wasserenthärter verwenden. Die Wasserqualität spielt bei Wassertischen ebenfalls eine große Rolle. Ist der Wassertisch stark durch Schlacke und Metallstaub verunreinigt, dann kann dies zu Schwierigkeiten beim Starten des Plasma-Brenners führen. Dies kann zudem zu Rostbildung auf den Werkstücken führen.

  • Plasma überprüfen.
    Die Gasqualität ist ein wichtiger Faktor für eine gute Standzeit und Schnittqualität. Um die Luftqualität zu überprüfen, ein sauberes Küchentuch unter den Brenner halten , während die Luft im TEST-Modus aus der Anlage entweichen lassen. Auf Wasser, Öl-Sprühnebel oder Partikelablagerungen auf dem Tuch achten. Die Filter jede Woche kontrollieren; die Feuchtigkeitsauffangbehälter leeren, wenn sich Wasser darin gesammelt hat.

  • Anlagenkomponenten reinigen.– Schienen, Getriebe, Baugruppenträger usw.
    Ein fettlösendes Mittel und ein Schleifpad verwenden, um Schmiermittel, Schmutz und Metallstaub zu entfernen. Trocken-Schmiermittel auf Getriebe auftragen, z. B. Graphitpulver. Bei Bedarf auch Schmiermittel auf die Lageranschlüsse auftragen. Die Schienenabschnitte dürfen nicht geschmiert werden: das Schmiermittel bindet Schmutz, was zu übermäßiger Abnutzung führt.

  • Schienen gleichmäßig ausrichten.
    An den Stellen, an denen die Schienenbereiche miteinander verbunden sind, die Ausrichtung mit einem Stück Stahl oder einer anderen geraden Kante prüfen, um eine ungerade Ausrichtung auszuschließen. Ein durchgehend gerader Schienenverlauf verhindert Zug am Antriebsmotor. Die Abstände zwischen den Schienen sollten durchgehend gleich sein.

  • Getriebe und Lager ausrichten und einstellen.
    Getriebe sollten über oder unter der Zahnstange nicht überlagern. Die Ausrichtung des Getriebes korrigieren, um Spielräume zwischen Getrieben und Zahnstangen zu vermeiden. Diese Korrekturen auch für Schienen und Querantriebe durchführen. Zwischen Ausrichtungslagern und Schienen- oder Querschienenoberflächen sollte nur ein minimaler Spielraum existieren. Diese Lager sind gewöhnlich auf einen Exzenter montiert. So lange verstellen, bis zwischen Lager und Schienenoberfläche kein Licht mehr durchdringt. Nicht zu fest anziehen. Während die Antriebsgetriebe noch gelöst sind, den Balken über die Schienen rollen, um zu prüfen, ob er irgendwo festsitzt. So lange anpassen, bis der Balken mit minimaler Vibration und wenig Wiederstand rollt.

  • Der Brenner muss rechtwinklig zum Tisch und Werkstück ausgerichtet sein.
     Die zum Werkstück rechtwinklige Ausrichtung des Brenners kann sich durch eine Kollision verschieben.

  • Brennermontageelement überprüfen.
    Dies kann Vibrationen verursachen, die zu einem wellenförmigen Schnitt führen.

  • Sicherheitsgrenzen überprüfen; diese müssen ordnungsgemäß sein, um die Bedienersicherheit zu gewährleisten und eine Beschädigung der Anlage zu vermeiden. Die Anlage zu jeder Grenze bewegen, um die Testschalter zu prüfen. Sicherstellen, dass die Anlage immer stoppt, wenn einer der Schalter erreicht wird. Die mechanischen Stopps prüfen, um sicherzustellen, dass diese ordnungsgemäß funktionieren.

  • Antriebsmotoren und Steuerung feineinstellen.
    Einstellungen am Antriebsmotor können anfallen, wenn der Motor nicht synchron zu laufen scheint: Der Brenner kehrt möglicherweise nicht zur Endlage zurück oder es treten Ungenauigkeiten am Werkstück auf, vor allem in Verbindung mit Bewegungen, bei denen sowohl X- als auch Y-Achsenantriebe in Betrieb sind. Die Geschwindigkeiten für jede Achse müssen gleich sein, damit der Brenner ordnungsgemäß positioniert werden kann. Eine Motorabweichung muss ebenfalls minimiert werden. All diese Einstellungen können sich von Anlage zu Anlage unterscheiden. Informieren Sie sich bei Ihrem autorisierten Händler über Ihre Anlage, um das Antriebspaket korrekt einzustellen.
Eingestellt am 02.02.2016
Eingestellt von Hypertherm